Systemische Beratungen helfen soziale Vernetzungen zu optimieren
Systemische Beratung bezeichnet die beratende Unterstützung verschiedener Systeme, also des Klienten, der sich innerhalb verschiedener Lebensbereiche bewegt. Die systemische Beratung geht davon aus, dass der zu unterstützende Klient der “Experte in seiner eigenen Sache” und infolgedessen selbständig ist. Sie verfolgt den Ansatz, dass jeder Mensch in der Lage ist, eigene Lösungen zu entwickeln. Darauf basierend wird mit den vorhandenen Kompetenzen und Ressourcen des zu Beratenden gearbeitet. Das erfolgt auf der Grundlage von Akzeptanz, Wertschätzung, Unvoreingenommenheit und Einfühlungsvermögen.
Ressourcenoptimierung
Die systemische Beratung stellt die Person als solche nicht in Frage. Sie geht von der Annahme aus, dass sich der zu beratende Klient an einem Punkt befindet, an dem er auf seine eigenen Ressourcen nicht optimal zurückgreifen kann, um Schwierigkeiten zu bewältigen. Bei der Lösungsfindung verfolgt die systemische Beratung den Ansatz, die Wünsche und Anliegen des Ratsuchenden als Zielstellung festzulegen. In dem beratenden Dialog werden Bedingungen gesucht, die es dem Klienten eigenverantwortlich und selbstorganisiert ermöglichen, auf seine eigenen Ressourcen zurück zu greifen.
Soziale Vernetzung
Ein großes Augenmerk wird in der systemischen Beratung auf die soziale Vernetzung des zu Beratenden gelegt. Besonders wird dabei die jeweilige Herkunftsfamilie mit all ihren Regeln, Sprach- und Interaktionsmustern und Rollen betrachtet, da durch eben diese erlernten Grundlagen maßgeblich bestimmt wird, wie der Mensch andere Menschen und deren Verhalten wahrnimmt, wie er innerhalb seines sozialen Kontextes agieren kann. Die systemische Beratung bezieht oft auch enge Bezugspersonen in den Beratungsprozess ein, um aufgrund seiner Vernetztheit mit anderen Menschen nach Möglichkeit weitere Perspektiven und Ressourcen nutzen zu können. Genutzte Methoden in der systemischen Beratung sind unter anderem Reframing, Genogrammarbeit, das zirkuläre Fragen oder die Arbeit mit Familienskulpturen. Unter Anwendung dieser und weiterer Methoden wird nicht die Entstehung der Probleme besprochen. Ziel ist, Ausnahmen herauszuarbeiten und dies als Ansatz zu nutzen, um mögliche Lösungen aufzuspüren. Die Umsetzung dieses systemischen Ansatzes vermittelt dem Klienten weiterreichende Kompetenzen, die er in vergleichbaren Situationen immer wieder nutzen kann und Lösungsmöglichkeiten, die er in sich selbst trägt, zu nutzen.
Bildquelle: ilro – Fotolia
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