Weiterbildung – Lernen lebenslang
Eine Weiterbildung schließt sich an eine bereits absolvierte Bildungsphase an und hat das Ziel, eine berufspezifische Bildung zu vertiefen oder Wissen auf anderen Gebieten zu erweitern. Als erste Weiterbildungseinrichtungen in Deutschland werden die im 19. Jahrhundert gegründeten Arbeiterbildungsvereine angesehen. Im Jahre 1871 wurde die Gesellschaft für Verbreitung und Volksbildung ins Leben gerufen, welche dem Bürgertum eine gezielte Weiterbildung ermöglichte. Beinahe die Hälfte aller Erwachsenen in Deutschland hat laut Statistik an einer Weiterbildung teilgenommen. In den 1970er Jahren wurde von der UNESCO und von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung das Konzept des lebenslangen Lernens vorgestellt. Seither existiert die Bildungsfreistellungsgesellschaft, welche jedem Beschäftigen fünf Tage pro Jahr gewährt, um seine berufliche und politische Bildung zu verbessern.
Die Formen der Weiterbildung
Alle Bemühungen, welche eine berufliche Vorbildung intensivieren oder erweitern, werden als Berufliche Weiterbildung bezeichnet. Als Formen der Beruflichen Weiterbildung werden Umschulungen, Fortbildungen, Qualifikationen und berufsbegleitende Weiterbildungen angesehen. Eine Form der Beruflichen Weiterbildung ist auch die im Arbeitsschutzgesetz verankerte Unterweisung.Auch die Allgemeinbildung wird als Form der Weiterbildung betrachtet. Dazu zählen die Aneignung von Bildungsinhalten, welche den geistigen und ethischen Horizont einer Person erweitern helfen. Zur Allgemeinbildung rechnet man Sprachkurse, Schreibwerkstätten, Musikunterricht oder eine Weiterbildung im geschichtlichen oder naturwissenschaftlichen Bereich. Im Zuge der Entwicklung der Informationsgesellschaft gewannen PC-Kenntnisse an Bedeutung. Allgemeinbildung zielt mehr und mehr darauf hin, eine umfassende Medienkompetenz zu erlangen.Wird eine Weiterbildung im Sinne der politischen Bildung angestrebt, geht es darum, die Zusammenhänge des politischen Weltgeschehens zu verstehen und die Funktionsweise des demokratischen Staatensystems zu analysieren, um entsprechend agieren zu können. Als Informelles Lernen wird eine Weiterbildung bezeichnet, welche außerhalb einer Bildungseinrichtung stattfindet. Dazu zählt die Aneignung von Wissen im Rahmen eines Vereins, einer Hobbyvereinigung oder eines Ehrenamtes.
Weiterbildungseinrichtungen
Volkshochschulen gelten als führende Weiterbildungseinrichtungen für Erwachsene. Es handelt sich dabei um eigenständige Bildungseinrichtungen, welche sich in Trägerschaft der Landkreise oder Gemeinden befinden. Volkshochschulen finanzieren sich durch Zuschüsse der Länder und Gemeinden, durch die Teilnahmegebühr der Kursteilnehmer oder durch Spenden. Eine Weiterbildung an der Volkshochschule umfasst Zeitspannen zwischen einer und fünfzehn Wochen. Ab 16 Jahren steht es jedem frei, sein Wissen an der Volkshochschule zu vertiefen. Ein umfangreiches Kursangebot existiert für Rentner, Arbeitslose oder Berufstätige. Eine Weiterbildung an der Volkshochschule kann in den Bereichen EDV, Sprachen, Gesundheit oder Kultur erfolgen. Eine große Bedeutung hat die Weiterbildung an der Volkshochschule für die Erlangung einzelner Schulabschlüsse, welche als weitere Bildungsgrundlage dienen. An Heimvolkshochschulen erstrecken sich die Angebote der Weiterbildung über mehrere Tage, einschließlich Unterbringung und Verpflegung. Hierfür existieren spezielle Örtlichkeiten, bevorzugt im ländlichen Raum, um den Teilnehmern ein ruhiges Umfeld und den nötigen Abstand zum Alltag zu bieten. Besonders verbreitet ist diese Form der Weiterbildung in Niedersachsen, wo mehr als 20 Einrichtungen existieren. Eine Weiterbildung in Familienbildungsstätten richtet sich an Familien mit Kindern. Die Einrichtungen befinden sich in gemeinnütziger oder kirchlicher Trägerschaft. Die Weiterbildung erfolgt in den Bereichen Ernährung, Gesundheit oder Kunst. Nordrhein-Westfalen verfügt im Bundesgebiet mit mehr als 150 Familienbildungsstätten über die größte Auswahl an dieser Form der Weiterbildung.
Lernen von zuhause aus
Zur Weiterbildung zählen auch der Fernunterricht, welcher von zahlreichen Hochschulen angeboten wird, sowie das computergestützte Lernen und die Training on the job genannte Fortbildung unmittelbar am Arbeitsplatz. Nicht Teil der Weiterbildung ist die Berufliche Bildung, welche an Schulen und Berufskollegs erfolgt.
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