Schulabschlüsse – wichtigste Bildungsgrundlage
Schulabschlüsse spielen eine wichtige Rolle im Leben jedes Einzelnen. Der erste Schulabschluss wird durch Allgemeinbildende Schulen, Hauptschulen, Realschulen oder Gymnasien erlangt. Schulabschlüsse sind Teil des Berechtigungswesens, wodurch die Grundlage für den weiteren schulischen oder beruflichen Weg ermöglicht wird. Zwischen den einzelnen Bundesländern bestehen individuelle Unterschiede zwischen den einzelnen Schulabschlüssen.
Der Hauptschulabschluss
Der Hauptschulabschluss gilt als Grundlage weiterer Schulabschlüsse und wird als Mindestmaß vorausgesetzt, um in Deutschland eine Ausbildung beginnen zu können. Als Hauptschulabschluss gilt in Deutschland der Abschluss von Klasse 9 einer Haupt- oder Gesamtschule. Weiterhin hat man die Möglichkeit, sich in entsprechenden Kursen der Volkshochschulen oder mittels eines Fernlehrgangs auf eine Schulfremdenprüfung vorzubereiten. Schulfremdenprüfungen werden einmal jährlich für Personen ohne Schulabschlüsse durchgeführt.
Die Mittlere Reife
Die mittlere Reife bezeichnet einen Bildungsabschluss mittleren Grades und bildet die Voraussetzung, Bildungseinrichtungen der Sekundarstufe II, wie Gymnasien, Fach- oder Berufsoberschulen zu besuchen. Die mittlere Reife ist an zentrale Prüfungen gebunden. Die anschließende Aufnahme in eine weiterführende Schule kann von einem bestimmten Notendurchschnitt abhängig gemacht werden. Diese Regelungen sind je nach Schulart und Bundesland unterschiedlich. Schulabschlüsse der 10. Klasse einer Realschule führen zur Mittleren Reife. Wurden die entsprechenden Prüfungen nicht bestanden, besitzt der Schulabgänger Schulabschlüsse, welche einem erweiterten Hauptschulabschluss gleichkommen. Um in der Hauptschule der Mittleren Reife gleichwertige Schulabschlüsse zu erlangen, bestehen verschiedene Möglichkeiten. In Berlin und Niedersachsen können die Schüler ein freiwilliges 10. Schuljahr absolvieren, welches die Hauptfächer Mathematik, Englisch und Deutsch umfasst. In Bayern kommt der Mittlere-Reife-Zug zum Tragen. Diese Schulabschlüsse umfassen den Besuch der 7. bis 10. Klasse und enden mit einem mittleren Schulabschluss. In Baden-Württemberg wird das gleiche Bildungsmodell als Werkrealschule bezeichnet. Wer ein Gymnasium besucht, erlangt mit seinem Versetzungszeugnis in Klasse 11 automatisch die Mittlere Reife. Schulabschlüsse, welche eine 10klassige Ausbildung in den Polytechnischen Oberschulen der ehemaligen DDR umfassten, werden in der Bundesrepublik einem Realschulabschluss gleichgestellt.
Das Abitur und die Fachhochschulreife
Mit dem Abitur wird die Hochschulreife erlangt. Durch das Ablegen einer Abiturprüfung berechtigen die Schulabschlüsse zur uneingeschränkten Studienberechtigung. Die Abiturprüfung erfolgt in vier oder fünf Fächern und bildet die Durchschnittsnote des Reifezeugnisses. In einem Gymnasium und in Gesamtschulen, welche über eine gymnasiale Oberstufe verfügen, beträgt die Gesamtschulzeit 12 bis 13 Jahre. Abiturienten besitzen die Schulabschlüsse der Pimärstufe der Klassen 1 bis 4, der Sekundarstufe I, welche die Klassenstufen 5 bis 10 umfasst, sowie der II. Sekundarstufe der Klassen 11 bis 13. In einigen Bundesländern legen die Schüler ihr Abitur bereits in Klasse 12 ab. Hierbei wird die 10. Klasse als erstes Jahr der gymnasialen Oberstufe angesehen. Auch in beruflichen Gymnasien lassen sich mit dem Abitur vergleichbare Schulabschlüsse ablegen. In der Jahrgangsstufe 13 wird auch an Technischen- oder Wirtschaftsgymnasien die allgemeine Hochschulreife erlangt. Beherrscht der Betreffende nur eine Fremdsprache, werden die Schulabschlüsse an beruflichen Gymnasien als Fachgebundene Hochschulreife bezeichnet. Auch über den 2. Bildungsweg ist es möglich, alle bis zum Abitur führenden Schulabschlüsse zu erwerben. Die als Fachhochschulreife bezeichneten Schulabschlüsse berechtigen zum Studium an einer Fachhochschule und werden auch als Fachabitur bezeichnet. Die Fachhochschulreife wird in theoretischen und praktischen Lernphasen erreicht, welche aus dem Besuch einer höheren Schule nach Klasse 12 und einem mindestens halbjährigen Berufpraktikum bestehen. Erfahren Sie hier mehr, welcher Schulabschluss Ihre Jobsuche beeinflussen kann.
Foto picsfive Fotolia
Ähnliche Berichte:
- Studieren ohne Abitur – der 3. Bildungsweg
- Studium – Lernen im Dienste der Wissenschaft
- Weiterbildung – Lernen lebenslang
- Weiterbildung im Beruf qualifiziert und sichert den Arbeitsplatz
- Systemische Beratungen helfen soziale Vernetzungen zu optimieren




